Skip to Content

Bei der Wahl des richtigen Anbieters spielt nicht nur die Höhe der jährlichen Beiträge eine Rolle. Die Deckungssummen für Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden sollten so hoch wie möglich angesetzt werden. Wichtige Punkte sind Fragen wie Leinenpflicht und Maulkorbpflicht, das Ausführen des Hundes durch Dritte, Auslandsaufenthalte, Mietschäden und ungewollte Deckakte. Über Versicherungsvergleiche im Internet lässt sich recht einfach herausfinden, welche Versicherung für den speziellen Bedarf geeignet ist.

Halter von Listenhunden haben oft keine große Auswahl unter den Versicherern. Nur wenige Versicherungsgesellschaften sind überhaupt bereit, Hunde zu versichern, die als besonders aggressiv gelten. Wenn ein Vertrag angeboten wird, sind Beiträge deutlich höher als bei der Haftpflichtversicherung für andere Hunde. Dennoch kann sich auch hierbei ein Vergleich lohnen, um den günstigsten Anbieter mit den großzügigsten Versicherungsbedingungen zu finden.

Leistungen

Eine Hundehaftpflichtversicherung übernimmt im Rahmen des Versicherungsvertrages alle Schäden bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssummen. Dazu gehören Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden. Sie prüft die Ansprüche, die der Geschädigte gestellt hat, und strengt gegebenenfalls ein Gerichtsverfahren an, wenn die Forderungen als nicht berechtigt angesehen werden. Prozesskosten werden in einem solchen Fall ebenfalls übernommen.

Versicherungsraten

Die Hundehaftpflichtversicherung wird in der Regel einmal jährlich fällig. Ausnahmen sind möglich, der Jahresbeitrag kann dann in mehreren Teilbeträgen entrichtet werden, allerdings sind die Beiträge dann etwas höher. Wie hoch der Beitrag für einen Hund ist, richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten. Vor allem die Deckungssummen sind für die Beitragshöhe maßgeblich. Je höher die Deckungssummen sind, desto mehr Geld muss der Halter zahlen. Einige gesonderte vereinbarte Risiken können sich auch auf die Beitragshöhe auswirken.

Neben den Deckungssummen kann bei einigen Versicherungsgesellschaften auch das Alter des Halters beitragssenkend berücksichtigt werden. Je älter der Halter ist, desto geringer werden die Beiträge. Die Versicherer gehen davon aus, dass ältere Halter einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem Hund pflegen und Schäden deshalb seltener auftreten. Wer im Schadensfall einen Teil der Kosten selbst trägt, den sogenannten Selbstbehalt, zahlt ebenfalls weniger. Halter, die mehr als einen Hund versorgen, sollten nach einem Rabatt für den Zweithund Ausschau halten. Einige Versicherungsgesellschaften bieten eine Grundversicherung an, in die bis zu drei Hunde eingeschlossen sind. Welcher Versicherer das beste Angebot für den individuellen Fall hat, lässt sich anhand von Versicherungsvergleichen herausfinden.

Selbstbehalt

Einige Versicherungsgesellschaft bieten Hundehaftpflichtversicherungen mit Selbstbehalt an. Bei dieser Versicherung übernimmt der Hundehalter im Schadensfall einen vereinbarten Teil der Kosten selbst. Dafür verringern sich die jährlichen Beiträge um ein paar Euro. Ob sich der Abschluss einer solchen Versicherung lohnt, muss der Halter abwägen. Häufig ist der Selbsthalt so hoch, dass der Hundehalter für die meisten Schäden aufkommen muss, ohne dass die Versicherung wenigstens einen Teil der Kosten übernimmt. Sind die Schadenssummen höher, zahlt die Versicherung den Betrag, der den Selbstbehalt übersteigt.

Hunderasse

Die Hundehaftpflichtversicherung gilt für alle Hunde, egal, ob es sich um einen kleinen Chihuahua oder einen riesigen Irischen Wolfshund handelt. Die Größe spielt für die Versicherung keinerlei Rolle. Auch die Beiträge werden nicht geringer, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass ein kleiner Hund nicht so hohe Schäden verursacht wie ein großer. Erfahrungen haben gezeigt, dass ein auf Straße rennender Dackel genauso zu schweren Autounfällen führen kann wie eine Dogge.

Eine Ausnahme bilden die Listenhunde oder Kampfhunde sowie Mischlinge aus dieser Gruppe. Dabei handelt es sich um Hunde, die aufgrund ihrer Rasse als besonders gefährlich und aggressiv eingeschätzt werden. Darunter sind Rassen wie die American Bulldogs, Dobermänner, Rottweiler bis hin zu den Thai Ridgebacks zu finden. Um welche Rassen es sich genau handelt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Versicherungsbeiträge für einen Listenhund sind häufig sehr viel höher, dafür sind die Deckungssummen ebenfalls höher angesetzt. Das Problem mit diesen, als gefährlich geltenden Hunden, besteht vor allem darin, dass es nur wenige Versicherungsgesellschaften gibt, die überhaupt Listenhunde versichern. Bevor ein solcher Hund oder ein Mischling aus diesen gelisteten Rassen angeschafft wird, sollte der Hundehalter klären, ob er eine Versicherungsgesellschaft findet, die einen Kampfhund versichert und die Haltung damit überhaupt erst möglich gemacht wird.

Leinen- & Maulkorb-Pflicht

In einigen Bundesländern besteht das ganze Jahr über Leinenpflicht für Hunde. Das bedeutet, dass ein Hund draußen nur an der Leine geführt werden darf. Ausnahmen gelten für Hundebesitzer, die eine Halterprüfung und deren Hunde einen Wesenstest abgelegt haben, sie dürfen unter bestimmten Umständen ihre Hunde auch ohne Leine laufen lassen. Grundsätzlich gilt der Leinenzwang überall immer während der Brut- und Setzzeit, die vom 1. April bis zum 15. Juli eines Jahres dauert. Während dieser Zeit darf kein Hund ohne Leine in der freien Natur herumlaufen.

Für die Haftpflichtversicherung bedeuten diese Regelungen, dass der Versicherungsschutz entfallen kann, wenn in den Bedingungen ein Leinenzwang vereinbart ist. Vor dem Abschluss der Versicherung sollte der Halter deshalb sicherstellen, dass der Vertrag keine Leinenpflicht-Klausel enthält. Bei Listenhunden ist die Leinenpflicht zwingend vorgeschrieben, hier sind Ausnahmen nicht möglich.

Eine Maulkorbpflicht besteht grundsätzlich für bissige Hunde, die in der Vergangenheit bereits durch aggressives Verhalten aufgefallen sind. In einigen Bundesländern dürfen Hunde nur dann ohne Maulkorb geführt werden, wenn sie den Wesenstest bestanden haben. In Bussen oder Bahnen dürfen Hunde nur mit Maulkorb reisen. Wird die Maulkorbpflicht verletzt, kann die Versicherung die Leistung verweigern. Es empfiehlt sich, vor Vertragsabschluss eine Klausel zu vereinbaren, dass der Versicherungsschutz auch beim Führen ohne Maulkorb besteht.